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Mit dem Zeppelin über den Nordpol

05. Apr 10:35

Illustration: Ein Zeppelin soll das Messgerät über das Nordpolarmeer tragen.
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Foto: Jean-Louis Etienne
Ein «elektromagnetischer Vogel» soll die Arktis überqueren. Mit dem Messgerät wollen Forscher erstmals die Eisdicken von Spitzbergen bis Alaska vermessen.
Im Jahr 2008 wollen Wissenschaftler erstmals die Eisdicken von der kanadischen Küste über den Nordpol hinweg bis zur sibirischen Arktis vermessen. Kern des Projekts «Poleairship», das heute in Berlin vorgestellt wird, ist die Überquerung des Nordpols mit einem Zeppelin.
Mehr in der Netzeitung:
«Über die regionale Verteilung der Eisdicke in Arktis und Antarktis und ihre zeitliche Veränderung ist fast nichts bekannt», sagt Christian Haas, Geophysiker am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Es sei methodisch schwierig, die Dicke der nur wenige Meter starken Eisschollen zu messen.

Der französische Arzt Jean-Louis Etienne will nun die Arktis mit einem Zeppelin überqueren. Das Luftschiff wird mit einer elektromagnetischen Sonde bestückt, die vom Alfred-Wegener-Institut entwickelt wurde. Der so genannte «EM-Bird» soll erstmals die Eisdicken bei einem Flug über die gesamte Arktis messen. Der Zeppelin soll im April 2008 von Spitzbergen via Nordpol zur kanadischen Küste und dann weiter nach Alaska fliegen. Das Projekt des französischen Arztes Jean-Louis Etienne wird vom französischen Ölkonzern Total finanziert.

Im April 2007 werden die Teilnehmer bereits ohne Luftschiff zum Nordpol aufbrechen, um mit einem Hubschrauber erste Messungen zu machen und um die Genauigkeit des Messverfahrens zu überprüfen. Dabei werden Taucher und ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug eingesetzt, um die elektromagnetisch gemessene mit der tatsächlichen Dicke der bis zu 50 Meter starken Presseisrücken vergleichen zu können. Das Team wird in Zelten auf dem Eis leben und durch Flugzeuge aus der Luft versorgt.

Mehr im Internet:
Die Entwicklung der Eisbedeckung in den Polarmeeren gehört zu den Schlüsselfragen der Klimaforschung und zählt damit zu den zentralen Forschungsthemen im Internationalen Polarjahr 2007/2008. Das Awi führt als einziges Forschungsinstitut weltweit seit 1991 sporadische Eisdickenmessungen zwischen Spitzbergen, dem Nordpol, und der kanadischen Küste durch. Wie das Institut mitteilte nimmt die eisbedeckte Fläche im Arktischen Ozean stark ab. In der Antarktis nehme die Meereisbedeckung dagegen leicht zu. (nz)