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Von Applaus bis Entsetzen: Drei Stunden Debatte um die Zukunft der Stadtpolitik ![]() ... in die Johanniskirche. Volksstimme und Stadtverwaltung hatten eingeladen. Alle acht Kandidaten stellten sich den Fragen der Besucher und Redakteure. Magdeburg. Die Kandidaten betraten einzeln, in alphabetischer Reihenfolge die Bühne und gaben ein erstes Statement ab : Warum möchten Sie OB werden ? Warum sollen ausgerechnet Sie gewählt werden ? Fragen, die sich die Wähler stellen. Nach den Antworten konnten sich die Besucher ein eigenes Bild machen. Es folgten konkrete Auskünfte ebenso wie Ausflüchte. Standpunkte wurden erhärtet oder korrigiert. CDU-Kandidat Wigbert Schwenke beispielsweise fühlte sich in der Pfl icht, seinen Wahlspruch zu erläutern : " Magdeburg schwenkt um " bedeute kein Umschwenken, im Gegenteil, er sei ein geradliniger Mensch und als solcher seit 17 Jahren im Stadtrat bekannt. Zunächst wurde eine Auswahl von Fragen, die zuvor von Volksstimme-Lesern an die Redaktion gesandt worden waren, von den Redakteuren Katja Tessnow und Rainer Schweingel öffentlich gestellt. Im zweiten Teil des rund dreistündigen Abends hatten die Besucher im Saal die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Kandidaten zu richten. Disput um Demokratie Zu den ersten gehörte Rudolf Ewers aus Neustadt. Er machte dem Amtsinhaber schwere Vorwürfe zur Stadt-Verschuldung und zu dessen Demokratieverständnis. Durch seine längeren Ausführungen forderte er den Zuhörern Geduld ab, um letztlich zu fragen : Wie will der OB die Stadtverschuldung abbauen und " Sind Sie, Herr Trümper, bereit, an die Wurzeln der Demokratie zurückzukehren ?" Der Amtsinhaber antwortete mit Zahlen : In den letzten zwei Jahren sei die Verschuldung um 50 Millionen Euro abgebaut worden, trotz Kürzungen von Landeszahlungen. Damit gehöre Magdeburg bei der Verschuldung der Städte mit über 20 000 Einwohnern " zum unteren Drittel. " Und zu seinem Demokratieverständnis " brauche ich mir nichts vorwerfen zu lassen ", fügte er erbost hinzu. " Ich weiß, was Demokratie ist, und woher ich komme. " Um dann zu ergänzen : " Herr Ewers ist übrigens CDU-Mitglied ". Darauf der Konter von CDUKandidat Wigbert Schwenke, er möge " solche Diskriminierungen unterlassen ". Die Parteizugehörigkeit spiele keine Rolle, " Herr Ewers fragt als Bürger !" Öffnungszeiten Brigitte Otte aus Prester wollte den Standpunkt der Kandidaten wissen zu den Öffnungszeiten im Handel. " Denkt jemand von Ihnen an die Frauen, die so spät arbeiten und nachts im Dunkeln allein nach Hause müssen ?" Und wie sieht es mit dem Sonntag aus ? Drei Antworten erhielt sie dazu. Wigbert Schwenke erklärte : " Der Sonntag ist und bleibt tabu. " Mit den jetzigen Gesetzlichkeiten könne er jedoch leben. Lydia Hüskens bekannte sich als Spätkäuferin in Lebensmittelmärkten (" die anderen Geschäfte orientieren sich am Bedarf und werden auf 20 Uhr zurück gehen "). OB Lutz Trümper begann vage : " Das muss jeder für sich entscheiden ", um dann zu punkten mit : " Ich gehe abends nicht einkaufen, auch sonntags nicht. Wenn sich alle so verhalten würden, gäbe es Ihr Problem nicht. " Das brachte ihm Beifall. Auf die Frage von Marcel Guderjahn, wie der Zustand am Buckauer Bahnhof verbessert werden könne, fing sich Amtsinhaber Trümper für seine Antwort " dafür ist die Bahn zuständig " eine Rüge von Mitbewerber Olaf Meister ein : " Eine typische Verwaltungsantwort !" Die helfe niemandem weiter. Ein OB müsse sich auch um diese Bürgerfragen kümmern, z. B. Gespräche mit der Bahn führen. Zudem sei das Umfeld sehr wohl ein Problem der Stadt. Zu klären ist : " Wie ist die Parkplatzsituation zu verbessern und wie gehen wir mit dem zunehmenden Pendlerstrom um ?" Thema : Trink-Verbot Aus den Publikumsreihen meldete sich auch Natalie Mattikau von den Jungen Liberalen ( Juli ) und brachte auf ein Neues die Frage nach Un- / Sinn des öffentlichen Trinkverbots an Hasselbachplatz und Umgebung auf den Plan. Nachdem OB Lutz Trümper in Kurzfassung seine Begründung kundtat (" Es geht nicht ums Trinken, sondernumsRandalieren "), wollte die Kandidatin der Liberalen sich äußern. Selbstverständlich, steht doch die Anti-Aktion gegen das Verbot unter " Schirmherrschaft " von Lydia Hüskens. Weshalb die Moderatoren deren Meinung als " bekannt " bestätigten und zur nächsten Frage übergingen. Mindestens einem Gast stand an diesem Abend übrigens das Entsetzen ins Gesicht geschrieben : Als " future !" -Kandidat Oliver Schilling den Vorschlag machte, das Tierheim dem Zoo anzugliedern, riss Zoo direktor Dr. Kai Perret die Augen weit auf und hielt sich den Mund zu, um einen Aufschrei zu verhindern. " Das muss ich erst mal verkraften ", sagte er am Ende des Abends. Und nicht nur er ist mit Erkenntnissen und Überlegungen nach Hause gegangen. Das zeigen u. a. die Äußerungen in der untenstehenden Umfrage, die nach der Veranstaltung durchgeführt worden ist. Weitere Diskussionsthemen und Äußerungen der Kandidaten stehen morgen in der Volksstimme. Dann wird auch die Frage beantwortet, welcher Kandidat die Besucher beim Forum am meisten überzeugt hat. Zum Gesprächsforum anlässlich der bevorstehenden Wahl des Oberbürgermeisters kamen am Dienstagabend rund 550
... interessierte Besucher ....
[ document info ] Copyright © Volksstimme.de 2008 Dokument erstellt am 28.02.2008 um 06:01:35 Uhr Erscheinungsdatum 28.02.2008 | Ausgabe: mdx Bekanntlich ist der Lauf der Zeit legt sowohl den Grundstein für Traditionen, als auch für den Drang nach Veränderung. Apropos - Veränderung: Einer fundierten Berichterstattung wurde genauso ausgewichen, wie gleichfalls Oberflächlichkeiten mitgeschleppt worden sind. Übrigens ich selber hatte mit (m)einem "Gaede's Generalanzeiger" mal einen Namensvetter auf dem Zeitungsmarkt.
schilderung, die"die Finger auf die Wunde hält" auch so sein durfte bzw. sein darf, bleibt die Frage.
Eine unbeantworte Frage, die wie so viele andere Fragen genauso im Raume stehen -dazu gehören Menschen -
(siehe eingangs) - und deren fehlende Antwort-en politische Einflussnahmen verhindern. Ob wissentlich oder nicht wissentlich, wer will das behaupten, ist unwichtig.
Traurig, aber wahr! Schöne Grüße!
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